SOP Quiz
Erhobene Vitalparameter
Im Aufnahmeprozess dokumentiert deine Notfallpflegekraft die Vitalparameter, um die geschilderten Beschwerden besser einordnen zu können:
Blutdruck
140/70
mmHg
Puls
32
/min
SpO2
97
%
Atemfrequenz
18
/min
Temperatur
36,6
°C
Welcher Vitalparameter „stört“ sich bei dieser Patientin am meisten?
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Welche 3 wichtigen reversiblen Ursachen („3 M“) einer bradykarden Herzrhythmusstörung müssen in der Nonallsituation umgehend überprüft werden?
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Die Patientin wird umgehend an ein kontinuierliches Monitoring angeschlossen. Ein peripher-venöser Zugang wird etabliert, Blutgasanalyse und Labor werden abgenommen, während eine zweite Pflegekraft ein 12-Kanal-EKG mit langem Streifen schreibt.
Das EKG zeigt folgenden Befund:


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Ein anästhesiologischer Kollege kommt zufällig vorbei und empfiehlt nach einem Blick auf den Monitor „mal etwas gegen den Blutdruck zu machen“. Dieser beträgt aktuell 200/102 mmHg.
Ergebnisse der venösen Blutgasanalyse
Parallel zur Basisdiagnostik wird eine venöse Blutgasanalyse abgenommen: pH, pCO₂, Laktat und Sauerstoffstatus liefern eine unmittelbare Einordnung der geschilderten Symptome.
Welche 3 wichtigen reversiblen Ursachen („3 M“) einer bradykarden Herzrhythmusstörung müssen in der Nonallsituation umgehend überprüft werden?
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Abwägung der Therapieoptionen
Als Therapieoption stehen bei Herzrhythmusstörungen neben allgemeinen Therapiegrundsätzen wie Behandlung der Grunderkrankung (z.B. PCI bei akutem Myokardinfarkt, Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung etc.), Optimierung der Elektrolyte (Kalium und Magnesium im hochnormalen Bereich) sowie des Flüssigkeitshaushalts (Euvolämie) die medikamentöse und elektrische Therapie (Externe Schrittmacherstimulation bei bradykarden Herzrhythmusstörungen, R-Zacken-synchronisierte elektrische Kardioversion).
Welcher Grundsatz gilt bei der Entscheidung medikamentöse Therapie vs. elektrische Therapie?
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In der körperlichen Untersuchung zeigt sich abgesehen von einer auskultatorischen Bradykardie ein unauffälliger Status. Insbesondere liegen keine Zeichen einer kardialen Dekompensation wie periphere Ödeme, eine Jugularvenenstauung, oder pulmonale Rasselgeräusche vor. Die Rekapzeit ist normwertig.
Ist die Patientin instabil?
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Die Patientin bleibt jedoch glücklicherweise stabil, sie ist durchgehend an einem Überwachungsmonitor angeschlossen, ihr habt Adrenalin als „Push Dose-Pressor“ (1 mg auf 100 ml NaCl) aufziehen lassen und seid bereit, dies in 1-3 ml Boli (entsprechend 10-30 µg Adrenalin) jederzeit über einen der mittlerweile zwei sicher liegenden peripher-venösen Zugänge zu verabreichen, sollte die Herzfrequenz noch langsamer werden. Der Defibrillator/externe Schrittmacher steht neben der Patientin, das Gerät ist bereits eingestellt, sodass ihr nur noch die Klebeelektoden aufkleben und den Startknopf drücken. Eine Analgosedierung mit Midazolam und Piritramid liegt ebenfalls für den Fall einer externen Schrittmacherstimulationsnotwendigkeit aufgezogen bereit.
Wie würdest du vorgehen, sollte die Patientin auf einmal instabil werden?
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Wie ging es weiter?
Ihr stellt dem diensthabenden Kardiologen den Fall vor. Dieser entscheidet sich gegen die Anlage eines transvenösen Schrittmachers und bittet um folgendes Prozedere: Ein akuter Myokardinfarkt soll mittels sequentiellen Troponinkontrollen ausgeschlossen werden, die Patientin für die definitive Schrittmacherimplantation am Folgetag aufgeklärt und auf die IMC-Station zum kontinuierlichen Monitoring verlegt werden.
Das Labor trifft im Verlauf ohne richtungsweisenden Befund ein. Ein akuter Myokardinfarkt kann bei fehlender Troponindynamik in der 1 h und im Verlauf 3 h-Kontrolle ausgeschlossen werden.
Merke: Bei einem AV-Block III° besteht mit Ausnahme akut reversibler Ursachen (z.B. schwere Hyperkaliämie, akuter Myokardinfarkt) die Indikation zur definitiven Schrittmacherimplantation. Davor wird in der Regel eine Echokardiografie durchgeführt, um im Falle einer schwer reduzierten Ejektionsfraktion und eines breiten LSB gegebenenfalls direkt ein CRT-System zu implantieren.
Die Patientin verbrachte eine komplikationslose Nacht auf der IMC-Station. Am nächsten morgen erfolgte die komplikationslose Anlage eines Zweikammerschrittmachers nach zuvor unauffälligem echokardiografischem Befund. Die Patientin konnte wenig später in gutem Allgemeinzustand entlassen werden.
Key Learnings
Bedenke bei bradykarden Herzrhythmusstörungen stets die reversiblen „3M“
"Je instabiler, desto Strom"
Jeder AV-Block III (außer bei akut reversibler Ursache sowie schwere Hyperkaluämie) bedarf einer defintiiven SM-Implantation

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