SOP Quiz

Welche Aussage zu möglichen Differentialdiagnosen trifft nicht zu?
A
Bei Thoraxschmerzen sollten stets die „Big Five“ bzw. „Deadly Six“ (Big Five + Perikardtamponade) als akut vital bedrohliche Differentialdiagnosen bedacht werden
B
Die Symptome sind gut mit einer schweren Anämie vereinbar
C
Eine schwere Hyponatriämie, ausgelöst durch eine Kombination aus thiazidartigem Diuretikum, Mineralrezeptorantagonist und SSRI
D
Eine Lungenembolie wäre als Ursache der Beschwerden möglich. Zur Entscheidung des weiteren Vorgehens (D-Dimer-Bestimmung vs. direkte CTPA) empfiehlt sich die Bestimmung des (vereinfachten) Wells-Score
E
Ein Boerhaave-Syndrom erscheint anamnestisch höchst unwahrscheinlich

Erhobene Vitalparameter

Im Aufnahmeprozess dokumentiert deine Notfallpflegekraft die Vitalparameter, um die geschilderten Beschwerden besser einordnen zu können:

Blutdruck

140/70

mmHg

Puls

32

/min

SpO2

97

%

Atemfrequenz

18

/min

Temperatur

36,6

°C

Welcher Vitalparameter „stört“ sich bei dieser Patientin am meisten?

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Welche 3 wichtigen reversiblen Ursachen („3 M“) einer bradykarden Herzrhythmusstörung müssen in der Nonallsituation umgehend überprüft werden?

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Die Patientin wird umgehend an ein kontinuierliches Monitoring angeschlossen. Ein peripher-venöser Zugang wird etabliert, Blutgasanalyse und Labor werden abgenommen, während eine zweite Pflegekraft ein 12-Kanal-EKG mit langem Streifen schreibt.

Das EKG zeigt folgenden Befund:

SOP Quiz

Welcher Befund liegt vor?
A
Sinusbradykardie mit einzelnen Artefakte, am ehesten durch Zittern bedingt
B
AV-Block II ° Typ Mobitz
C
Ein grobschlägiges Vorhofflimmern mit einer Herzfrequenz von 33/min
D
SA-Block II°
E
AV-Block III°

Ein anästhesiologischer Kollege kommt zufällig vorbei und empfiehlt nach einem Blick auf den Monitor „mal etwas gegen den Blutdruck zu machen“. Dieser beträgt aktuell 200/102 mmHg.

Was machst du?
A
Ich bedanke mich für den Hinweis und verabreiche 10 mg Urapidil fraktioniert i.v., um den Blutdruck kontrolliert auf < 180 mmg zu senken
B
Ich bedanke mich für den Hinweis, werde die hypertensiven Blutdruck bei meiner Patientin in Anbetracht des AV-Block III° jedoch tolerieren

Ergebnisse der venösen Blutgasanalyse

Parallel zur Basisdiagnostik wird eine venöse Blutgasanalyse abgenommen: pH, pCO₂, Laktat und Sauerstoffstatus liefern eine unmittelbare Einordnung der geschilderten Symptome.

Welche 3 wichtigen reversiblen Ursachen („3 M“) einer bradykarden Herzrhythmusstörung müssen in der Nonallsituation umgehend überprüft werden?

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SOP Quiz

Welche Aussage ist in der vorliegenden BG falsch?
A
kann eine Hyperkaliämie als wichtige Ursache einer bradykarden Herzrhythmusstörung ausgeschlossen werden
B
zeigt sich ein normwertiger Hämoglobinwert
C
kann eine Hyperkalzämie ausgeschlossen werden
D
zeigt sich eine deutlich eingeschränkte Oxygenierung
E
erscheint ein akutes Schockgeschehen bei normwertigem Laktatwert unwahrscheinlich
Was zählt bei Patienten mit tachykarden oder bradykarden Herzrhythmusstörungen nicht zu den Instabilitätskriterien gemäß European Resuscitation Council?
A
Schock
B
Synkope
C
Myokardiale Ischämie
D
Schwere Herzinsuffizienz
E
Herzfrequenz < 40/min oder > 180/min

Abwägung der Therapieoptionen

Als Therapieoption stehen bei Herzrhythmusstörungen neben allgemeinen Therapiegrundsätzen wie Behandlung der Grunderkrankung (z.B. PCI bei akutem Myokardinfarkt, Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung etc.), Optimierung der Elektrolyte (Kalium und Magnesium im hochnormalen Bereich) sowie des Flüssigkeitshaushalts (Euvolämie) die medikamentöse und elektrische Therapie (Externe Schrittmacherstimulation bei bradykarden Herzrhythmusstörungen, R-Zacken-synchronisierte elektrische Kardioversion).

Welcher Grundsatz gilt bei der Entscheidung medikamentöse Therapie vs. elektrische Therapie?

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In der körperlichen Untersuchung zeigt sich abgesehen von einer auskultatorischen Bradykardie ein unauffälliger Status. Insbesondere liegen keine Zeichen einer kardialen Dekompensation wie periphere Ödeme, eine Jugularvenenstauung, oder pulmonale Rasselgeräusche vor. Die Rekapzeit ist normwertig.

Ist die Patientin instabil?

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Die Patientin bleibt jedoch glücklicherweise stabil, sie ist durchgehend an einem Überwachungsmonitor angeschlossen, ihr habt Adrenalin als „Push Dose-Pressor“ (1 mg auf 100 ml NaCl) aufziehen lassen und seid bereit, dies in 1-3 ml Boli (entsprechend 10-30 µg Adrenalin) jederzeit über einen der mittlerweile zwei sicher liegenden peripher-venösen Zugänge zu verabreichen, sollte die Herzfrequenz noch langsamer werden. Der Defibrillator/externe Schrittmacher steht neben der Patientin, das Gerät ist bereits eingestellt, sodass ihr nur noch die Klebeelektoden aufkleben und den Startknopf drücken. Eine Analgosedierung mit Midazolam und Piritramid liegt ebenfalls für den Fall einer externen Schrittmacherstimulationsnotwendigkeit aufgezogen bereit.

Wie würdest du vorgehen, sollte die Patientin auf einmal instabil werden?

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Der passende Leitfaden

Bradykarde Herzrhythmusstörungen

Bradykarde Herzrhythmusstörungen bezeichnen Herzrhythmusstörungen mit einer Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute, verursacht durch Störungen der Reizbildung oder Reizleitung wie Sinusknotendysfunktion oder atrioventrikuläre Blockierungen. In der Notaufnahme ist die rasche Einschätzung der hämodynamischen Relevanz entscheidend, da symptomatische Bradykardien zu Synkopen, Schock oder kardialer Dekompensation führen können. Diese SOP beschreibt Diagnostik, medikamentöse Therapie und transkutane Schrittmachertherapie als überbrückende Maßnahmen bis zur definitiven Versorgung.

Der passende Leitfaden

Bradykarde Herzrhythmusstörungen

Bradykarde Herzrhythmusstörungen bezeichnen Herzrhythmusstörungen mit einer Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute, verursacht durch Störungen der Reizbildung oder Reizleitung wie Sinusknotendysfunktion oder atrioventrikuläre Blockierungen. In der Notaufnahme ist die rasche Einschätzung der hämodynamischen Relevanz entscheidend, da symptomatische Bradykardien zu Synkopen, Schock oder kardialer Dekompensation führen können. Diese SOP beschreibt Diagnostik, medikamentöse Therapie und transkutane Schrittmachertherapie als überbrückende Maßnahmen bis zur definitiven Versorgung.

Wie ging es weiter?

Ihr stellt dem diensthabenden Kardiologen den Fall vor. Dieser entscheidet sich gegen die Anlage eines transvenösen Schrittmachers und bittet um folgendes Prozedere: Ein akuter Myokardinfarkt soll mittels sequentiellen Troponinkontrollen ausgeschlossen werden, die Patientin für die definitive Schrittmacherimplantation am Folgetag aufgeklärt und auf die IMC-Station zum kontinuierlichen Monitoring verlegt werden.

Das Labor trifft im Verlauf  ohne richtungsweisenden Befund ein.  Ein akuter Myokardinfarkt kann bei fehlender Troponindynamik in der 1 h und im Verlauf 3 h-Kontrolle ausgeschlossen werden.

Merke: Bei einem AV-Block III° besteht mit Ausnahme akut reversibler Ursachen (z.B. schwere Hyperkaliämie, akuter Myokardinfarkt) die Indikation zur definitiven Schrittmacherimplantation. Davor wird in der Regel eine Echokardiografie durchgeführt, um im Falle einer schwer reduzierten Ejektionsfraktion und eines breiten LSB gegebenenfalls direkt ein CRT-System zu implantieren.

Die Patientin verbrachte eine komplikationslose Nacht auf der IMC-Station. Am nächsten morgen erfolgte die komplikationslose Anlage eines Zweikammerschrittmachers nach zuvor unauffälligem echokardiografischem Befund. Die Patientin konnte wenig später in gutem Allgemeinzustand entlassen werden.

Key Learnings

Bedenke bei bradykarden Herzrhythmusstörungen stets die reversiblen „3M“

"Je instabiler, desto Strom"

Jeder AV-Block III (außer bei akut reversibler Ursache sowie schwere Hyperkaluämie) bedarf einer defintiiven SM-Implantation

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Ein blaues Stethoskop hat die Form eines „U“ mit einem blauen medizinischen Kreuzsymbol in der oberen linken Ecke vor einem weißen Hintergrund und symbolisiert medizinische Dienste, die von SOP Notaufnahme angeboten werden.